-We are the Apocalypse-, das konnten mir die sechs Musiker von Enter the Primates schon nach wenigen Sekunden beweisen. Die Stuttgarter stellen mit ihrem Debüt den modernen Hardcore gehörig auf den Kopf und sie verschmelzen Metal, Emo und Beatdown mit poppigen Tunes, angereichert mit Techno Sounds. Das Bemerkenswerte an dem Material der Primaten besteht darin, mit welcher Attitüde sie sich quasi mit jedem Part kopfüber in eine andere Sparte stürzen. Fürs Producing konnte man keine bessere Wahl als Simon White von Madison Affair treffen. Mit ihm hatte man genau den richtigen Mann an der Seite, welcher ihrer vertrackten Mixtur eine eigenwillige und vor allem persönliche Note verpassen konnte.
Da ich nicht gerade der größte Freund von vertrackten Sounds bin, brauchte es einige Anläufe bis ich meinen Zugang zu -We Are the Apocalypse- finden konnte. Leider nerven mich die clean Vocals etwas, die oft zu glatt klingen und nicht besonders mit den deftigen Shouts in Einklang kommen wollen. Aber vielleicht stellt dieser Aspekt nur eine weitere Facette der oberflächlich betrachtet wirkenden Konzeptlosigkeit. Ich wünsche mir den Sound etwas straighter, vielleicht könnten wir dann Freunde werden. Denn Musikalisch haben es die Jungs auf alle Fälle drauf und Live dürften die Medley aus zahlreichen Vorlieben des Sextettes für offene Münder sorgen. Das sympathische an Enter the Primates ist, trotz derber Grundstimmung der präsente Spaßfaktor. Langsam fangen die Sing a Longs zu wirken und die ersten Melodien zum biestig brutalen Riffing setzen sich fest. Ob Enter the Primates zukünftig öfters Platz in meinem Player finden und ob die Scheibe den Einstieg in ein neues Subgenre eröffnet, wird sich noch zeigen.
Tracklist: Show me the money
When worlds collapse
Outsourced
Parental advisory
Enter the primates
The first cut
Regret
Die Debüt EP der Münchener Post Punks Marathonmann erscheint endlich auch als CD!
Mit einem physikalischen Release habe ich ehrlich gesagt nicht mehr gerechnet. Das Sublabel Acuity Records aus dem Hause Let it Burn Records zeigt hiermit, dass ihre Digital Only Releases auch den Sprung zu einem greifbaren Produkt schaffen können. Es wäre auch wirklich schade gewesen, denn das mit – Die Stadt gehört den Besten – betitelte Werk stellt eins der besten Releases aus dem Hause des Münchener Hardcore Labels dar.
Wer bis dato noch nicht mit Marathonmann in Berührung gekommen ist empfehle mein Review vom Anfang des Jahres aus dem nun zitiere:
“Mit den Newcomern Marathonmann aus München erweitert das dort ansässige Label Let it Burn Records seine musikalische Bandbreite. -Die Stadt gehört den Besten- stellt eine erfrischende Auflockerung im eher Metal Core orientiertem Programm. Anfang Februar bringt das Label eine drei Song EP auf seinem Digital Only Ableger Acuity Music auf den Markt.
Marathonmann reihen sich nach dem ersten Eindruck stilistisch neben Matula, Captain Planet und Duesenjaeger ein. Mit dem zweiten Durchlauf offenbaren die Musiker mehr Tiefe und bedienen sich neben Emotionalem Punk und Post Punk Sound vermehrt an druckvolle Hardcore Elemente. Der Opener „Hier fängt alles an“ kommt mit nur einer Textzeile aus.
Das Zusammenspiel der wenigen Worte und den musikalischen Steigerungen, hat einen gewissen Mid 90ies Emocore Flair. „Die Stadt gehört den besten“ erinnert dann eher an oben genannte Bands und entpuppt sich im Refrain als kleiner Hit. Zu den melodischen Parts gibt’s breakreichen Core. Die Stimme wechselt von gesprochen zum Schreigesang, welcher an der Grenzen kratzt aber immer verständlich bleibt. Reflektiert werden Geschichten von Freundschaften, dem Älter werden und Nachdenklichkeit.
Marathonmann zelebrieren immer wieder Momente, in denen sie ordentlich auffahren, und neben stimmungsvollen Parts, ganz besonders im letzten Track „Briefe von gestern“ aggressive Töne einstreuen und so ihren Wiedererkennungswert steigern.
Großartige Geschichte! Eine prima Auswahl, kein Ausreißer dabei. Auf diesem hohen Niveau wird es sicherlich schwierig sein ein ganzes Album zu bestücken, ich bleibe dran…”
Tracklist: Hier fängt alles an…
Die Stadt gehört den Besten
Briefe von Gestern
[Als Digital Release bei Acuity Music (Sublabel von Let it Burn Records) oder als CD auf Monster Artists Release Date 2.7.2012]
[www.virtueconcept.blogspot.de]
Virtue Concept ist eine noch recht frische Combo aus Regensburg und kommt nach gerade einem Jahr Bestehen zum Einstand mit einem 11 Song Debüt an den Start. Statt sich erst einmal gemächlich zu etablieren geben die Bayern gleich Vollgas. Anfangs fühlte ich mich vom Artwork stilistisch auf eine falsche Fährte gelockt. Der Slogan „Appreciate the earth that makes you wonder, that makes you smile“ im Zusammenhang mit dem abstrakten Gemälde aus der Feder von Andreas Presi könnte modernen Emo oder Post Hardcore beinhalten. „Vom Hardcore beeinflussten Metal“ möchte man mir dann im Infosheet verkaufen. Ich dachte das läuft ansonsten eher anders rum. Um gleich von Anfang an soundtechnisch bestens aufgestellt zu sein und mit ihrer -Sources- betitelten Full Lenght schon einmal in diesem Bereich keine Fragen offen zu lassen, haben die Jungs ihre Gitarren und den Gesang im Studio vom Dedlock’er Sebastian aufgenommen. Um die Drums kümmerte sich das Kohlekeller Studio.
Wo die musikalische Quelle von Virtue Concept entsprang, ist nach dem Piano getragenem Intro rasch ausgemacht. Die Regensburger sind definitiv keine Anfänger an ihren Instrumenten und streuen meisterhaft zahlreiche melodische Versatzstücke in ihren Rhythmus orientierten aggressiven Sound. Doch ins Angry and Proud Image des Metalcores lassen sich die Jungs, des trotz dort angelehnten Gesanges und streckenweise moshigen Break Beats, nicht stecken. Die zahlreich gesetzten Versatzstücke im Zusammenspiel mit dem dynamischen Drumming beweist, dass die Jungs weitaus mehr drauf haben als stumpfen Bad Boy Sound. Dadurch könnten sie vielleicht sogar den ein oder anderen hartnäckigen Metal Head erreichen, der mal Bock hat seinen musikalischen Horizont zu erweitern. Glücklicherweise gibt es zu den zahlreichen Melodiebögen keine Cleanvocals, so dass -Sources- die kompletten 35 Minuten Spielzeit über aggressiv und kompromisslos bis zum Ende bleibt.
Tracklist: Intro
Grey days
Shutdown of existence
Treasure hunt
Black sand
Awake
Blood line
Interlude
The Ark
Vicious circle
The law of the jungle
Puhhhhh, unsere neue Wohnung ist nun so gut fertig. Die Renovierung hat viel Arbeit bereitet und reichlich Stress produziert. Unser Vormieter war scheinbar Kettenraucher und hat uns ein ganz schönes Drecksloch hinterlassen. Nachdem wir 80 Liter Farbe, ne Menge Spachtelmasse und reichlich Putzmittel verbrauchten, strahlt unser neues zu Hause in einem annehmbaren Glanz.
Vor ein paar Tagen habe ich dann meine letzten Figuren aufgestellt und warte jetzt nur noch auf die Küche. Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal bei unseren lieben Helfern bedanken, ohne Euch hätte ich heute noch mehr graue Haare…
Zum Moped fahren blieb leider keine Zeit, da wir im Anschluss der Renovierung eine Woche in Tunesien verbrachten. Unser Trip führte uns zu zahlreichen Star Wars Locations. Wir startete auf der Insel Jerba und fuhren dann mit einem Mietwagen über Medenine nach Matmata bis rauf kurz vor Algerien um uns ebenfalls in Nefta und Tozeur um zuschauen.
Was wir dort alles erlebten, übertraf meine kühnsten Erwartungen. In mitten von diversen Star Wars Drehorten fühlte man sich in der Zeit zurück versetzt und hatte nicht selten das Gefühl in jeden Moment von einem Besucher Tatooines begrüßt zu werden. Ein unglaubliches mittendrin Feeling bot sich und sehe heute die Filme mit ganz anderen Auge.
Jetzt habe ich Euch hoffentlich den Mund wässerig gemacht und lasse Euch dennoch mit einem ausführlichen bebilderten Bericht warten.
Denn die ganze Story unserer Reise gibt es in in Form eines Erlebnisberichtes exklusive auf der Rebel Con 2012 am 25.8 in Bielefeld.
Sei dabei!
Es ist wirklich schade, dass bei den steigenden Releasefluten zwangsläufig auch die herausragenden Platten irgendwann einen hinteren Platz im Regal einnehmen und in Vergessenheit geraten. So leider auch geschehen bei der 2009 besprochenen 7inch The Beach/The Burden, der in Hamburg & Berlin beheimateten Band Solemn League, welche ebenfalls auf meinem lieb gewonnen Label Kids in Misery erschienen ist. Seit Mitte April findet sich nun die erste LP der ex Kurhaus und Just Went Black Member im gut sortierten Mailorder. Die Aufmachung inklusive dem Inlay ist richtig hübsch geworden, hier hat das kleine Label erneut keine Kosten und Mühen gescheut etwas ansprechendes zu gestalten. Der Hörgenuss für unterwegs wird mit einem gratis Download Code, der Mp3 Version des Albums bedacht und bildet zusammen mit den Texten auf der Innenhülle ein rundes Gesamtbild.
Etwas nervös war ich schon, als ich die Scheibe zum ersten mal auf den Player legte.
Die Songs der beiden Singles waren dermaßen großartig, dass ich etwas Bedenken hatte, ob deren durchdachten und ausgefeilten Songstrukturen evtl. nicht auf einem gleichbleibenden Niveau über die knapp 30 Minuten Spielzeit gehalten werden können.
Doch meine Zweifel verflogen schnell und ich fühlte mich rasch vom frischen mitreißenden Gewand der neuen Songs gefangen. Man nahm nach der Split mit Kids Explode etwas den Drive raus und bewegte sich in vertracktere Strukturen der Marke The Lapse, Reiziger oder an Pelt. Diese acht Tracks stellen ein Gesamtbild der gesamten Schaffensphase von Solemn League dar. Auf deren Webseite erfuhr ich, dass die Songs zwischen 2007 und 2011 entstanden sind und somit erklärt sich auch das ausgewogene Bild. Kein Song wirkt antiquar und so reihen sich genussvoll rockig melodische Tunes zu fein durch strukturierten Indiperlen mit dezenter Emokante.
Nicht selten erinnert das Album an die besten Momente der großartigen Monochrome, nur das hier der weibliche Gesangspart fehlt. Am Ende kracht -Differnt Lives- dann sogar noch ein wenig mehr, als die letzten Releases der ex Dawnbreed.
-Different lives- präsentiert acht Stücke, welche mit reichlich Charme und warmen Klangfarben daherkommen. Zu jedem Part gibt es feine Hooks, welche mich ganz unruhig auf dem Stuhl wippen lassen. Eigentlich stellt jeder Song einen kleinen Hit für die Indidisco dar und glücklicherweise hält sich jeder durch seine komplexen Strukturen und nicht selten überraschenden Breaking von der Massenkompatibilität fern.
Solemn League erfüllen alle Erwartungen und bieten darüber hinaus weitaus mehr als erwartet.
Eine großartige Scheibe vom Label des guten Geschmackes.
Kaufen!
Tracklist: What if
Semiotic dreams
Magnificient liar
Bad weather
Choose your weapon
Good ideas on fire
Nervous breakdown
Black water
Wenn auch schon ein paar Tage im Netz gibt es den aktuellen Spider-Man Trailer nun auch bei mir.
Ich freue mich wirklich sehr auf den Film und denke er könnte richtig gut werden und vielleicht sogar mit
der voran gegangenen Trilogie mithalten. Was ich allerdings von der Anspielung zur Entstehungsgeschichte der
Spinne halten soll, das weiß ich noch nicht so recht…
Muss man zu The Saddest Landscape überhaupt noch Worte lassen? Entweder man mag die Screamo Veteranen und besorgt sich jedes Release oder hegt eine strikte Abneigung auf deren Emo Klischees. Als sich die Bostoner mit dem Album -You will not survie- 2011 zurück meldeten, freute ich mich besonders darüber, dass mein favorisierter Sound erneut von den Meistern aufgegriffen wurde. Man achte auf den teilweise extrem weinerlichen Gesang und das dynamische Gitarrenspiel, hier kann ihnen einfach niemand das Wasser reichen. Dennoch konnten die neuen Songs leider nicht an ihre Meilensteine anknüpfen.
Die Split mit We were Skeleton lenkte glücklicherweise in die richtige Richtung und mit dem aktuellen Album -After the lights- präsentieren sich The Saddest Landscape sogar besser und frischer als je zuvor. Die sieben neuen Tracks beinhalten Lebens Reflektionen gepaart aus Herzschmerz, Verzweiflung und Hoffnung, sie bieten reichlich Atmosphäre und bedienen das Laut und Leise Spiel in Perfektion. Verspielte Parts wechseln sich gekonnt mit flotten Einspielern und neben weinerlich getragenen Parts gibt es an anderen Stellen mitreißende Melodien. -After the lights- wirkt wunderbar harmonisch ausbalanciert und bleibt selbst nach mehrmaligem hören interessant.
The Saddest Landscape tragen 2012 ihren Teil dazu bei, dass der Emocore, welcher in den mid 90ies seine Hochphase hatte, modernisiert und dennoch seine traditionellen Elemente am Leben behält. Für mich die aktuell beste Band des Genres.
Tracklist: 1. In Love With The Sound
2. This Heals Nothing
3. The Urge For Permanence
4. When Everything Seemed To Matter
5. The Comfort Of Small Defeats
6. Days Of Punched In
7. Desperate Vespers